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Justizvollzugsanstalt Weiterstadt
Eine Welt für sich
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Die Justizvollzugsanstalt Weiterstadt
ist eine Einrichtung der Justizverwaltung des
Landes Hessen. Sie nahm im Mai 1997 nach einer Bauzeit von mehr als 12 Jahren
ihren Betrieb auf. Gelegen im südlichen Hessen erfüllt sie einen
unverzichtbaren Beitrag zur inneren Sicherheit im Ballungsraum Rhein-Main.
Die Justizvollzugsanstalt Weiterstadt ist zuständig für den Vollzug der Untersuchungshaft an männlichen Erwachsenen der Landgerichtsbezirke Frankfurt am Main,
Hanau und Darmstadt. Sie ist außerdem zentrale Einweisungsanstalt des Landes Hessen für männliche Strafgefangene mit mehr als zwei Jahren Freiheitsstrafe.
Ziele unserer Einrichtung sind:
- Sicherheit gewährleisten
- Entsozialisierung vermeiden
- Resozialisierung ermöglichen
Sicherheit bedeutet einen ordnungsgemäßen Ablauf des Strafverfahrens zu ermöglichen. Auch der Schutz der Bevölkerung vor weiteren Straftaten sowie die Sorge für die Sicherheit innerhalb der Anstalt haben hohen Stellenwert.
Soziale Netze, in die der Einzelne eingebunden ist, können durch eine Inhaftierung starken Belastungsproben unterworfen sein oder gar zerreißen. Durch ein vielfältiges Spektrum interner und externer Betreuungsangebote steuern wir diesem Prozess entgegen.
Durch eine fachgerechte Einweisungsentscheidung, die sich an der Person des Gefangenen orientiert, legen wir schon zu Beginn der Strafvollstreckung den Grundstein für eine spätere Wiedereingliederung.
Diese Ziele erreichen wir durch eine entsprechende Organisationsstruktur und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in ihrem Bereich selbstständig, kompetent und verantwortungsbewusst handeln.
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Architektur
Gitter und hohe Mauern sind geblieben, im Übrigen erinnert die Architektur der JVA Weiterstadt eher an eine postmoderne Industrieanlage. Die Unschuldsvermutung, die für Untersuchungsgefangene gilt, war der Leitgedanke bei der Planung der Anstalt.
Die Räumlichkeiten sind hell und freundlich. Licht fällt in die 350 m lange Erschließungsstraße, an der zu beiden Seiten sieben Unterkunftshäuser, der Verwaltungstrakt, das Kirchengebäude und das Krankenrevier aufgereiht sind.
Die L-förmigen Unterkunftshäuser bestehen aus drei Stationen mit breiten Fluren, in denen jeweils ca. 40 Gefangene untergebracht werden können. Diese Häuser sind voneinander und zur Erschließungsstraße durch Glasbausteine abgetrennt. Durch diese Bauweise sollen unerwünschte Kontaktaufnahmen unter den Gefangenen vermieden werden.
Jedes Unterkunftshaus hat einen Freistundenhof, der mit Bäumen und Felsen, einem kleinen Basketballfeld und halbrunden Sitzbänken aus Stein und Holz ausgestattet ist.

Vorhandene, zu entwickelnde und fortzuschreibende Anforderungsprofile ermöglichen den gezielten Einsatz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihrer Eignung entsprechend. Dabei werden unter Abwägung der institutionellen und individuellen Interessen die Wünsche und Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angemessen berücksichtigt. Neben dem Ziel einer großen Mitarbeiterzufriedenheit in den verschiedenen Abteilungen und der gesamten Institution, ist ein wichtiges Ziel die Optimierung von Arbeitsabläufen und Strukturen. Ein gutes Betriebsklima erleichtert die Erreichung der Ziele. Jede Mitarbeiterin/jeder Mitarbeiter trägt in ihrem/seinem Bereich dazu bei.

Unsere Anstalt verfügt über qualifiziertes Personal, das sich durch eigenverantwortliches Handeln, sicheres Auftreten und Teamfähigkeit auszeichnet. Die Qualifikation des Personals wird durch fundierte Einweisung, Aus- und Fortbildung sichergestellt.
Im Rahmen der Einweisung sollen Grundkenntnisse vermittelt werden.
Im Rahmen der Ausbildung sollen Kenntnisse vertieft, Theorie in die Praxis umgesetzt und Fachkenntnisse zum sachgerechten Umgang mit Gesetzen vermittelt werden.
Im Rahmen der Fortbildung sollen Kenntnisse aufgefrischt und Fähigkeiten neue Ziele zu verstehen und Aufgaben zu übernehmen gefördert werden.
Die Vielfalt der täglichen Aufgaben im Umgang mit den Gefangenen erfordert eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten. Dazu gehören neben der gesamten Bandbreite der Betreuungs- und Behandlungsmaßnahmen auch reibungslos funktionierende Verwaltungsabläufe.

Umgang mit Inhaftierten
Respektvoller Umgang mit Inhaftierten gehört zu den Grundprinzipien unserer Anstalt. Wir nehmen die Probleme der Inhaftierten ernst, lösen Konflikte in Gesprächen und vermitteln Hilfen.
Im menschlichen Miteinander wird manche Verbitterung gelockert, werden neue Perspektiven menschlichen Verhaltens sichtbar: erste Schritte zur Resozialisierung von Inhaftierten...
Der Sozialdienst stellt schon in den ersten Tagen den Kontakt zwischen den Inhaftierten und ihren Angehörigen her um dringende Angelegenheiten zu regeln.
Den Haftschock zu mildern und Krisen wirkungsvoll zu begegnen stehen Bedienstete des allgemeinen Vollzugsdienstes, Psychologinnen und Psychologen, Pädagoginnen und Pädagogen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Seelsorgerinnen und Seelsorger bereit.
Die gut ausgestattete medizinische Abteilung der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt versorgt durch Ärzte und examinierte Pflegekräfte 24 Stunden am Tag die therapiebedürftigen Patienten ambulant, und wenn es medizinisch indiziert ist, auch stationär.
Etwa 100 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirken durch Einzelgespräche, Gesprächsgruppen, Kursangebote und Beratungs-gespräche mit. Ein Drittel von ihnen ist nicht deutscher Herkunft.
In etwa 50 Gesprächsgruppen, Kursangeboten, Gottesdiensten (in 5 Sprachen) und durch ein vielfältiges Sportangebot, das jeder Inhaftierte mehrmals in der Woche nutzen kann, wird der Isolierung entgegengewirkt.



Die externe Suchtberatung bietet Gespräche an und versucht die Drogenabhängigen in Therapien zu vermitteln und so das Angebot „Therapie statt Strafe“ zu unterstützen.
Die externe AIDS-Beratung vermittelt konkrete Informationen zu HIV, AIDS und Hepatitis. Im vertraulichen Gespräch können persönliche Probleme angesprochen, verstanden und einer Lösung zugeführt werden. Ergänzend werden praktische Hilfen zur Unterstützung angeboten und tragen somit zum Betreuungsziel, der konstruktiven Bewältigung der Haftzeit bei.
 
Die externe Ausländerberatung findet in Italienisch, Spanisch, Französisch und Arabisch statt. Besonderen Wert legen wir auf guten Kontakt zu Konsulaten.
Für Inhaftierte gibt es 300 Arbeitsplätze als Hausarbeiter, im Arbeitsbetrieb und in der Küche, in der Bücherei, in der Gärtnerei sowie in der Kammer. Die
Arbeitstherapie bietet handwerklich kreative Tätigkeiten für 25 Inhaftierte an.


Sicherheit gewährleisten
Entsprechend den gesetzlichen sowie richterlichen Vorgaben leisten wir unseren Beitrag zu einem ordnungsgemäßen Ablauf der Strafverfahren. Dazu gehört die sichere Unterbringung der Inhaftierten, erforderlichenfalls die Trennung von Tatbeteiligten, aber auch der Schutz einzelner Inhaftierter, die von Mitgefangenen bedroht werden. Zur Sicherheit gehört ganz selbstverständlich auch eine Minimierung des Risikos für die hier tätigen Mitarbeiter.
Sicherheit ist dabei kein starrer Zustand, sondern ein Prozess, der ständiger Aufmerksamkeit bedarf. Engagiertes und zugleich einfühlsames Auftreten unserer Bediensteten, intensive Kommunikation der verschiedenen Fachbereiche untereinander, mit externen Stellen sowie mit den hier Inhaftierten tragen ebenso dazu bei wie eine angemessene technische und bauliche Ausstattung der Anstalt.
 
Entsozialisierung vermeiden
Viele der Inhaftierten kommen nicht zum ersten Mal. Sie schleppen eine Fülle von Problemen mit sich. Nicht selten sind sie schon „entsozialisiert“. Für sie bietet die Anstalt Gelegenheit in der Gesellschaft wieder Fuß zu fassen.
Wir helfen den Inhaftierten bei der Aufrechterhaltung ihrer sozialen Beziehungen sowie beruflichen und familiären Verhältnisse, soweit das die Bestimmungen der Untersuchungshaft zulassen.

Das Projekt „Wohnraumsicherung“ verhandelt mit den zuständigen Sozialämtern über die Finanzierung und den Erhalt der Wohnungen der Inhaftierten.
Hilfestellung für Angehörige bietet "Perspektivwechsel e.V.", der ehemalige Frankfurter Gefängnisverein an.

Resozialisierung ermöglichen
„Im Vollzug der Freiheitsstrafe soll der Gefangene fähig werden, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen. Der Vollzug der Freiheitsstrafe dient auch dem Schutz der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten“ (§ 2 StVollzG).
Wir wollen dafür bereits in der Untersuchungshaft den Grundstock legen. Die Angebote sollen anregen, das Leben in Freiheit vorzubereiten und die Zeit der Untersuchungshaft zu nutzen.
Der Resozialisierungsauftrag hat die Entlassung in die Freiheit zum Ziel. Entlassungsvorbereitung muss schon in der Untersuchungshaft beginnen: im Bildungsbereich, im Aufbau oder in der Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen, im Bewahren oder Erwerben alltäglicher Verhaltensformen und Regeln.
Als wichtiges Bindeglied zwischen der Untersuchungs- und Strafhaft wurde die zentrale Einweisungsabteilung geschaffen. Auch auf freiem Fuß befindliche Verurteilte werden zum Strafantritt in die Einweisungsabteilung geladen. In der Einweisungsabteilung wird eine Zielgerichtete und sinnvolle Verlegung der Gefangenen – mit einer Freiheitsstrafe von über zwei Jahren- in andere Justizvollzugsanstalten vorbereitet und entschieden. Den individuellen Bedürfnissen der Gefangenen sowie den Sicherheitsinteressen der Justiz und der Allgemeinheit wird hierbei gleichermaßen Rechnung getragen.
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